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Das Potenzial der Frei-Haus-Transporte

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Wie Sie mit der Umstellung Ihrer Incoterms Synergien heben

Speziell bei größeren Unternehmen bzw. auf Konzernebene ist das sogenannte Silodenken keine Seltenheit. Jede Abteilung arbeitet für sich, es gibt wenig Austausch untereinander, was oft starren Organisationsstrukturen geschuldet ist. Das wirkt sich nicht nur negativ auf Innovationsprojekte aus, sondern erschwert es auch, Möglichkeiten der Kosteneinsparung aufzudecken. So werden beispielsweise nicht selten die Inbound-Frachten durch den Einkauf abgewickelt, während die Abwicklung der Outbound-Frachten im Versand angesiedelt ist.

Gerade in Bezug auf die Frachtkosten raten wir unseren Kunden, nicht in Kostenstellen zu denken, sondern einen holistischen Ansatz zu verfolgen und stattdessen die Kostenarten genauer unter die Lupe zu nehmen. Hinzu kommt, dass einige Unternehmen häufig nur die sichtbaren Frachtkosten betrachten, bzw. die Transporte, bei denen sie selbst Frachtzahler sind. Es lohnt sich jedoch auch, die "unsichtbaren" Transportkosten kritisch zu hinterfragen. Bei unsichtbaren Transportkosten handelt es sich um Kosten, die oft nicht direkt in der Rechnung ausgewiesen sind, sondern in den Stückpreisen der Lieferanten inkludiert sind. Denn wir stellen nicht selten fest, dass viele Lieferanten unserer Kunden ihnen keine wettbewerbsfähigen Preise in ihren Frei-Haus-Angeboten im Stückpreis anbieten. Dies zeigt ein kürzlich durchgeführtes Projekt unserer Frachtenabteilung:

Unser Kunde: ein Unternehmen aus der Textilbranche mit zahlreichen Inbound-Transporten von Lieferanten aus ganz Europa. Die Kosten dieser Transporte wurden von den Lieferanten übernommen, dementsprechend waren die Frachtkosten für Frei-Haus-Lieferungen in den Stückpreisen der Lieferanten enthalten. Unseren Kunden interessierte also folgendes: Was würde eine Bestellung ab Werk kosten? Wie erreiche ich eine höhere Flexibilität bei meinen Anlieferfrequenzen? Um das herauszufinden, forderte unser Kunde von rund zehn Lieferanten die miteinberechneten Logistikkosten an bzw. bat die Lieferanten, die Logistikkosten aus den Stückpreisen zu extrahieren. Diese nun isolierten Frachtkosten haben wir schließlich gemeinsam mit unserem Kunden einem Benchmarking unterzogen. Im Rahmen dieses Benchmarkings konnten wir bei einigen Lieferanten ein hohes Einsparpotenzial identifizieren.

In Folge des Projekts traf unser Kunde die Entscheidung, eine Anpassung seiner Incoterms vorzunehmen. Die Einkaufsbedingungen sind seit der Umstellung nicht mehr „frei Haus" sondern „ab Werk". Bei Frei-Haus-Lieferungen waren die Transportkosten im Verkaufspreis des Lieferanten enthalten. Nach der Umstellung der Incoterms der Inbound-Transporte auf „ab Werk“ ist unser Kunde dafür verantwortlich, dass die Ware beim Lieferanten abgeholt wird, sprich, er wählt die Spediteure aus und bezahlt sie auch direkt.

Im Ergebnis freut sich unser Kunde über folgende Verbesserungen:

Höhere Flexibilität in Abrufverhalten und Anlieferfrequenz

...einhergehend mit geringerer Bestandsreichweite und somit reduzierten Logistikflächen. Dadurch, dass unser Kunde nun selbst mit den Speditionen in Kontakt tritt, ist er flexibler und nicht zu 100% von seinen Lieferanten abhängig. Außerdem kann er dank der höheren Flexibilität seine Bestände und Logistikflächen variabler gestalten und ist nicht getrieben durch Losgrößensendungen der Lieferanten.

Reduzierung seiner Frachtkosten um knapp 27%

Darüber hinaus konnte der Kunde bei gleichem Abrufmuster und gleichen Abrufverhalten wie zuvor eine erhebliche Kostenreduzierung realisieren, indem er im Rahmen der Ausschreibung kostengünstigere Lieferanten identifiziert hat.

Kleinere Anzahl an Transportdienstleistern

Die nun geringere Anzahl eingesetzter Transportdienstleister ermöglicht einheitliche Standards, eine stringente und standardisierte Verpreisungslogik, ein einheitliches KPI-Management und letztlich eine höhere Qualität.

Lars Angemeer

Seit 2018 ist Lars bei der ELSEN-Gruppe beschäftigt. Neben sämtlichen prozessualen Themen rund um das Business Development der ELSEN-Gruppe betreut er innerhalb der Beratungstochter Chaindson den Bereich Frachtenmanagement. Hier identifiziert Lars in verschiedenen Projekten gemeinsam mit seinem Team mögliche Einsparpotentiale im Bereich der Logistikkostenart Transport.

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